Excel: Abschreibungen auf den Wiederbeschaffungszeitwert

Im Blogbeitrag „Wie Wirtschaftsgüter linear abgeschrieben werden“ habe ich Dir die einfache lineare Abschreibung eines Wirtschaftsgutes mit der Excel-Funktion LIA vorgestellt.

Die Abschreibung erfolgte auf Basis der Anschaffungs- und Herstellungskosten (AHK) und der Nutzungsdauer.

In diesem Beitrag geht es nicht um Abschreibungen auf AHK, sondern um Abschreibungen auf Wiederbeschaffungszeitwerte.

1. Was sind Wiederbeschaffungszeitwerte?

Eine sehr treffende Definition für diesen Begriff ist auf der Website http://www.steuerzahler.de zu finden.

Es wird zunächst der Begriff „Wiederbeschaffungswert“ beschrieben.

„Als Wiederbeschaffungswert wird der Wert bezeichnet, den die Kommune (Anmerkung: bzw. das Unternehmen) zum Zeitpunkt der tatsächlichen Ersatzbeschaffung für ein Wirtschaftsgut des Anlagevermögens aufbringen muss. Es ist ein Zukunftswert.“ [1]

Dann wird präzisiert auf den Wiederbeschaffungszeitwert.

„Dagegen stellt der Wiederbeschaffungszeitwert den Wert dar, den die Kommune (Anmerkung: bzw. das Unternehmen) gegenwärtig aufbringen müsste, um das Wirtschaftsgut zu verschaffen. Er verändert sich von Jahr zu Jahr aufgrund der Inflation und anderer Preisänderungen und kann durch Preisabfragen oder durch Berechnungen mit Preisindexreihen (z.B. des Statistischen Bundesamtes) ermittelt werden. Die kslkulatorische Abschreibung basiert entweder auf dem Wiederbeschaffungszeitwert oder auf dem Anschaffungs- bzw. Herstellungswert. [1]

2. Wie werden Wiederbeschaffungszeitwerte ermittelt?

Beispielhaft dollst Du kennenlernen, wie ein Wiederbeschaffungszeitwert durch Berechnungen mit Preisindexreihen des Statistischen Bundesamtes berechnet werden kann.

Angenommen, ein Metallverarbeitungsbetrieb nutzt eine Drehmaschine, deren Nutzungsdauer auf 16 Jahre festgelegt ist. Jährlich ist für die kalkulatorische Abschreibung der Wiederbeschaffungszeitwert zu ermitteln.

Der ursprüngliche AHK-Wert betrug am Anfang des Jahres 2011 z.B. 59.200 €.

Die Preisindexreihen findest Du auf der Website http://www.destatis.de. Suche dort im Fußbereich nach der GENESIS-Online Datenbank.

Klicke auf „…zu dem Themen“ und dort auf „61 Preise“.
Suche nach „612 Agrar-, Erzeuger-, Bau-, Großhandelspreise“, dann nach „61241 Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte“ und schließlich nach „61241-0003 Erzeugerpreisindex gewerbliche Produkte: Deutschland, Jahre, Güterverzeichnis (GP 2009 2-5 Steller Hierarchie)“.

Klicke auf „Zeit auswählen“ und setze Haken für die Jahre, die Dich interessieren, dann auf „Übernehmen“.

Klicke jetzt auf „auswählen“ und suche die Produktgruppe, die Du benötigst.

Hier ist es „GP09-28412 Dreh-, Bohr-, Fräs-, Schleif-, Verzahnmaschinen“.

Setze den Haken und klicke auf „Übernehmen“. Klicke zum Schluß auf „Werteabruf“.

Die Datenbank liefert Dir nun diese Indizes, basierend darauf, dass das Jahr 2010 mit 100 bewertet ist.

Das Ergebnis kannst Du Dir auch als Excel-Datei ausgeben lassen, so sieht das aus:

AfA1

Drucke Dir das Ergebnis bei Bedarf aus.

3. Berechnung der Abschreibungen

Erstelle Dir eine neue Excel-Mappe oder arbeite in der Ergebnisdatei weiter.

AfA2

Die Tabelle enthält zunächst nur die Berechnungen bis zum Jahr 2017, da der Index des Statistischen Bundesamtes nur bis 2017 vorliegt.

Fülle die Tabelle mit diesen Formeln:

B7
=$B$3/$B$4
ausfüllen bis H7

B8
=B7

C8
=B8+C7
ausfüllen bis H8

B10
=$B$3*B9/100
ausfüllen bis H10

B11
=B10/$B$4
ausfüllen bis H11

B12
=B11

C12
=B12+C11
ausfüllen bis H12

Eine gesonderte Funktion für die Berechnung von Abschreibungen auf Wiederbeschaffungszeitwerte bietet Excel nicht an. Du kannst aber auch hier auf die Funktion LIA zurückgreifen.

=LIA(B10;0;$B$4)
=3.792,50

oder auch so:

=LIA(($B$3*B9/100);0;$B$4)
=3.792,50

Zum Zeitpunkt Ende 2017 / Anfang 2018 kann nicht gesagt werden, wie sich der Preisindex weiter entwickelt. Bis 2017 stieg er kontinuierlich an. Er kann in den Folgejahren aber auch wieder sinken und zum Ende der Nutzungsdauer wieder ansteigen.

Es steht demnach erst am Ende der Nutzungsdauer fest, ob die angesparten Abschreibungen für die Ersatzinvestition zum Wiederbeschaffungszeitwert ausreichen.

[1]
https://www.steuerzahler.de/wcsite.php?wc_c=10838

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