Wie Du Liniendiagramme in Excel erstellst

Mit einem Liniendiagramm wird der Zusammenhang zweier oder dreier Merkmale grafisch dargestellt. Dabei werden die Messwerte über eine Linie verbunden.
Excel 2007 bietet in seiner Diagrammbibliothek (Einfügen/Diagramme/Linie) sechs Varianten für die 2D-Darstellung und eine Variante für die 3D-Darstellung an. Diese will ich Dir zunächst zeigen und die wesentlichen Unterschiede erläutern.

Die Ausgangsdaten

Für die Erstellung eines Liniendiagramms werden natürlich Ausgangsdaten benötigt. Die folgende Tabelle zeigt z.B. die monatlichen Produktionsmengen zweier Produkte über ein Jahr.

Linien1

 

Linie

Linie stellt die Verbindung der Messpunkte eines Produktes im Jahresverlauf dar. Markiere den Bereich B4:D16, gehe über Einfügen/Diagramme auf Linie und wähle die erste Art, „Linie“.

Zur besseren Ansicht kannst Du jetzt noch ein vertikales Hauptgitternetz einfügen. Dazu das Diagramm aktiv halten und über Layout/Gitternetzlinien/Primäre vertikale Gitternetzlinien Hauptgitternetze wählen. So sieht das Diagramm dann aus.

Linien2

Jedes Produkt hat seine eigene Linie. Beide Datenreihen sind auf der Primärachse gezeichnet.

 

Gestapelte Linie

Markiere wieder den Wertebereich wie oben und wähle dieses Mal die zweite Variante, die „Gestapelte Linie“. Das Diagramm sieht jetzt so aus:

Linie3

Den ersten Wertebereich zeigt die unterste Linie. Der zweite Wertebereich wird im Diagramm dazu addiert. Hat also der erste Bereich den Wert 5.958 und der zweite den Wert 5.123 wird der erste Datenpunkt der oberen Linie bei 11.081 gezeichnet usw.

Um aber die exakten Werte ablesen zu können, klicke in den Diagrammbereich und gehe über Layout auf Datenbeschriftungen. Wähle dort aus, wo die Werte gezeigt werden sollen. An den Linien stehen die Werte aus der Wertetabelle.

 

Gestapelte Linie 100%

Die y-Achse ist mit Prozenten beschriftet. Dabei zieht sich die obere Linie bei 100% durch. Sie stellt wie im Beispiel zuvor die Summe beider Wertebereiche dar.

Die Datenpunkte der unteren Linie (erster Wertebereich) werden nun ermittelt, indem der erste Wert durch die Summe dividiert wird. Im Beispiel wird 5.958 durch 11.081 dividiert, das ergibt 53,77%. Exakt dort ist der erste Datenpunkt der unteren Linie eingezeichnet.

Linie4

Diese Diagrammart ist interessant, wenn Du verfolgen willst, ob die Menge Produkt A sich analog der Menge Produkt B entwickelt.

 

Die drei Arten mit Datenpunkten

Alle bisher gezeigten Arten, also Linie, gestapelte Linie und gestapelte Linie 100% lassen sich ebenso mit Datenpunkten darstellen. Excel bietet hierfür ebenso die Vorlage.

Linie

Linie5

Gestapelte Linie

Linie6

Gestapelte Linie 100%

Linie7

Art, Größe und Farbe der Datenpunkte hat Excel zunächst eigenständig ausgewählt. Um die Punkte zu verändern klickst Du die Datenreihe, z.B. für Produkt A, an, gehst mit Rechtsklick auf Datenreihen formatieren und wählst dort unter Markierungsoptionen den Markertyp „Integriert“ aus. Du kannst jetzt z.B. als Typ den Kreis und als Größe die 6 aussuchen.

Die Markierungsfüllung korrigierst Du vielleicht auf einfarbig und gelb. Damit hebt sich der Datenpunkt deutlich von der blauen Linie ab. Mit der roten Datenreihe (Produkt B) verfährst Du analog.

Weitere Möglichkeiten, das Diagramm zu formatieren sind möglich. Wenn Du möchtest, dass sich die Zeichnungsfläche ein wenig vom Diagrammbereich unterscheidet, klicke sie mit rechts an, gehe auf Zeichnungsfläche formatieren und such z.B. eine Füllung Deiner Wahl.

So könnte das Diagramm nach den bisherigen Aktivitäten aussehen:

Linie8

Wenn Dir die Linien zu schmal sind, kannst Du die Breite über Diagrammreihen formatieren / Linienart verändern. Von einer Breite über 7 rate ich ab. Das sieht dann nicht mehr so toll aus. Unter Linienart kann auch der Strichtyp noch geändert werden, auf gestrichelt, gepunktet u.a.

 

3D – Linie

Bisher habe ich Dir die 2D-Liniendiagramme gezeigt. Excel bietet auch noch eine 3D-Variante an. Hierfür habe ich die Ausgangsdatentabelle erweitert. Als dritte Dimension kommen die Produktionsorte Hambutg bzw. München dazu.

Linie11

Den Bereich B167:F180 markiere ich und wähle über Einfügen / Diagramme / Linie die 3D-Variante aus.

Linie12

Für die Tiefengitternetzlinien habe ich zusätzlich ein Hilfsgitternetz eingefügt. Damit wird es zumindest möglich, jeweils den Anfang einer Linie einzuordnen. Die Linien liegen von vorn nach hinten in der Reihenfolge lt. Legende: Produkt A Hamburg, Produkt B Hambug, Produkt A München und Produkt B München.

Zugegeben, so richtig übersichtlich wirkt es nicht. Vergrößerst Du das Diagramm oder legst es sogar als Diagrammblatt in der Arbeitsmappe ab, wird das Ganze wesentlich deutlicher.

 

Istwert als Säule, Planwert als Linie

Für die Ausgangswerte soll die folgende Tabelle gelten:

Linie9

Die Istwerte sind asus obiger Tabelle von Produkt A übernommen, als Planwerte soll 6.050 für jeden Monat gelten. Die Istwerte werden als Säule, die Planwerte als Linie gezeigt. Nach ein paar Umformatierungen könnte das Diagramm etwa so aussehen.

Linie10

Aus dem Diagramm ist unmittelbar ablesbar, welche monatlichen Mengen den Planwert nicht erreicht haben und in welchen Monaten der Planwert überschritten wurde.

 

Trendlinie

Markiere in der ersten Ausgangstabelle den Bereich B4:C16 und erstelle ein Liniendiagramm in der ersten Variante (Linie).

Klicke die Linie mit rechts an und wähle Trendlinie einfügen. Beim vorhandenen Verlauf der Datenwerte bietet sich der lineare Trend an. Wähle also bei den Trendlinienoptionen den Trendtyp Linear. Du willst außerdem gleich noch eine Prognose für die nächsten beiden Perioden (hier: Monate) haben. Dazu trägst Du unter Prognose bei Weiter eine 2 ein und beendest die Auswahl mit Schließen. Wenn Du die Trendlinie noch formatierst, könnte das Diagramm dann so aussehen:

Linie13

Statt dem linearen Trend kannst Du natürlich auch den exponentialen, den logarithmischen, den polynomischen oder den potentiellen Trend bzw. den gleitenden Diurchschnitt wählen. Welche Linienform richtiger ist, kann mit dem Bestimmtheitsmaß ermittelt werden, das ist aber eine andere Geschichte.

 

Liniendiagramme bei gesetzmäßigkeiten Verläufen

Mit gesetzmäßigen Verläufen sind funktionelle Zusammenhänge, wie Du sie aus der Mathematik oder Physik kennst, gemeint. Aber keine Angst, es kommt jetzt nicht die große Mathematik.

Dir ist aber sicherlich die quadratische Funktion y = x² bekannt. Ich habe dazu eine kleine Wertetabelle erstellt. Zur Darstellung benutze ich auch hier das Liniendiagramm.

Linie14

Linie15

Die Linie sieht noch etwas kantig aus. Excel bietet Dir eine Glättungsfunktion an. Klicke dazu mit rechts die Linie an, gehe über Datenreihen formatieren auf Linienart und setze einen Haken bei Linie glätten. Nun sieht die Linie gleichmäßig verlaufend aus.

Linie16

Dies war ein kleiner Einblick in die Thematik rund um Liniendiagramme, der längst nicht alle Facetten abgebildet hat. Aber es muss auch noch Stoff für einen nächsten Artikel bleiben.

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Autor: Gerhard Pundt

Auf meiner Site https://clevercalcul.wordpress.com geht es um die Tabellenkalkulation mit Excel. Es wird über Funktionen, Diagramme, Basiswissen u.a.m. geschrieben.

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